NAI – Donnerstag, 19. April 2012

Jom HaSchoa – Holocaustgedenktag

Israel gedenkt heute Multi-Asset-Handelsplattform in Deutschland der zahlreichen Juden, die der Massenvernichtung des Naziregimes zum Opfer gefallen sind. Aus diesem Anlass fand gestern Abend die alljährliche Gedenkzeremonie in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, statt.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Staatspräsident Peres, Parteivorsitzende der Knesset, der aschkenasische sowie der sephardische Oberrabbiner und natürlich zahlreiche Überlebende des Holocaust befanden sich unter den geladenen Ehrengästen. Die israelische Bevölkerung nahm regen Anteil an dem Geschehen, das vom israelischen Fernsehen live in alle Wohnzimmer ausgestrahlt wurde. Die Staatsoberhäupter fügten ihren Ansprachen auch bewegende Zeugnisse aus dem eigenen Leben hinzu, danach wurden sechs Lichter, stellvertretend für die sechs Multi-Asset-Handelsplattform Millionen ermordeten Juden, von Holocaust-Überlebenden entzündet. Die Kurzeinblicke in ihre Schicksale brachten noch einmal das Grauen in Erinnerung, ließen aber auch das Licht der Hoffnung durchstrahlen, da diese Menschen trotz oder gerade wegen ihres Leidens den Sinn im Leben nicht verloren hatten, sondern durch Gottes Kraft zu neuer Lebensfreude gefunden haben.
Den Abschluss bildeten die Lesung von Psalmen und das Kaddisch-Trauergebet durch die beiden Oberrabbiner, bevor die israelische Hymne HaTikva – „die Hoffnung“ den Schlusspunkt setzte.

Flightilla Aktivisten: Hakenkreuz am Flughafen

Die so genannten „Friedensaktivisten“, die am Sonntag versucht hatten, Israels Ben Gurion Flughafen zu infiltrieren, würden zwar zugeben, den jüdischen Staat zu verachten, als Antisemiten möchten sie jedoch nicht bezeichnet werden. Immer häufiger verrät ihr Verhalten jedoch ihre wahre Gesinnung. So auch an diesem Montag, als ein riesiges Hakenkreuz an einer Wand des Flughafens entdeckt wurde, in einem Raum, in dem zuvor zwei Aktivisten festgehalten wurden. Angestellte der israelischen Immigrationsbehörde hatten das antisemitische Symbol bemerkt, Wie investiert man in Nvidia-Aktien in Deutschland nachdem ein Franzose und ein Spanier abgeschoben wurden. „Dies ist ein Geschenk, das ‘Friedensaktivisten’ Israel hinterlassen haben,“ sagte ein Angestellter der Immigrationsbehörde der Website Ynet. Insgesamt hatten es 79 ausländische Aktivisten geschafft, nach Israel zu gelangen. Die meisten wurden am Flughafen festgehalten, bis sie wieder in ihre Heimatländer zurückgeschickt wurden. Hunderte weitere Aktivisten hatten geplant, nach Israel zu kommen, ihre Buchungen wurden jedoch von den Fluggesellschaften wieder storniert.
Wem bisher noch nicht klar war, dass Antizionismus und Antisemitismus ein und dasselbe sind, dem haben die Antizionisten es hiermit selbst auf deutlichste Weise gezeigt.

Israel-China-Briefmarke

Bereits seit 20 Jahren bestehen zwischen China und Israel intensive diplomatische Beziehungen. Nach dem jüngsten Besuch einer chinesischen Delegation in Israel entschloss man sich zur Herausgabe einer ersten gemeinsamen Briefmarke. Ferner unterzeichneten Israel und China einen Vertrag, demnach beide Länder in etlichen Bereichen enger zusammenarbeiten werden. Es ist nicht üblich, dass die chinesische Post mit anderen Ländern kooperiert und gemeinsame Briefmarken herausgibt. Die Israel-China-Briefmarke resultiert folglich aus den zunehmend engen Beziehungen zwischen Israel und China. Der Postversand aus China nach Israel ist in den letzten zwei Jahren drastisch gestiegen und hinsichtlich der Anzahl der Sendungen haben sogar europäische Länder wie Frankreich und Deutschland deutlich das Nachsehen.

Kurznachrichten

+++ Ist Israels Staatspräsident Shimon Peres ein achtes Weltwunder? Das jedenfalls fragen sich Gen-Forscher im Genetics Analysis Zentrum in Katzrin, das der bald 88-jährige Peres zu DNA-Testzwecken besuchte. Dort fragt man sich, warum er physisch und mental viel mehr schafft als Leute, die nur halb so alt sind wie er. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob das Geheimnis in seinen Genen zu finden ist. Peres ließ alle Tests mit viel Humor über sich ergehen. +++ Heute gedenkt das jüdische Volk der 6 Millionen Holocaustopfer, die in der Nazizeit, nur weil sie Juden waren, umgebracht wurden. Um 10 Uhr heulten für 2 Minuten die Sirenen und der Verkehr stand still. „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht der HErr!“ Tausende besuchen täglich die Holocaust-Gedenkstätten Yad Vashem. Im letzten Jahr sandten Holocaustüberlebende 51.000 Holocaust-Erinnerungsbeweisstücke an das Holocaustmuseum.+++ Im letzten Jahr gingen weltweit die gewalttätigen antisemitischen Übergriffe auf Juden um 27 % zurück. Die Autoren der Untersuchung meinen, das liege daran, dass keine offene Konfrontation zwischen Israel und den Palästinensern Schlagzeilen machten.+++ Das amerikanische Weltmagazin „Time“ kürte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu als einen der 100 führenden Persönlichkeiten im zweiten Jahr in Folge. Man bezeichnete ihn als starke Ikone Israels in schwerer Zeit.

Das Wetter

Wegen hohen Wellengangs, vorsicht beim Schwimmen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserspiegel des See Genezareth liegt derzeit bei -211,365 Meter unter dem Meeresspiegel (Tendenz fallend).
Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag aus Jerusalem, der vom Allmächtigen erwählten Stadt und ewigen Hauptstadt Israels!

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NAI – Mittwoch, 18. April 2012

Heute Abend beginnt Jom HaSchoa

Mit einer offizellen Gedenkandacht im Beisein des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem Staatspräsidenten Schimon Peres beginnt heute um 20 Uhr in Yad Vashem, Jerusalem, der israelische Holocaust-Gedenktag. Unter dem Motto: „Le-Olam lo od – Nie wieder“ zünden sechs Überlebende und Zeitzeugen eine Fackel an – im Namen der 6 Millionen Juden, die vom Nazi-Regime systematisch ermordet wurden. Morgen, Donnerstag, den 19. April, heulen die Sirenen um 10 Uhr morgens zur Schweigeminute, in der ganz Israel stillsteht und der Ermordeten gedenkt. Anschließend, um 10:30 Uhr, werden alle in Yad Vashem registrierten Namen der Umgekommenen vor breitem Publikum im Jiskor-Gedenkraum der Holocaustgedenkstätte verlesen. Um 16 Uhr findet der 20. „Marsch der Lebenden“ in Polen statt, dieses Jahr mit den Obersten des israelischen Polizeistabs.
Die israelische Tageszeitung Jediot Achronot veröffentlichte heute auf der Titelseite ein Schwarz-Weiß-Foto (siehe Bild) aus Würzburg, Deutschland 1932, mit der Überschrift „‘Du bist Jude’, sagte die Kindergärtnerin, ‘dreh dich um, sonst versaust du das Gruppenbild’“. Auf dem Foto sieht man lachende Kinder und den kleinen Paul, den Juden, mit dem Rücken zur Wand. Den anderen Kindern wurde zudem von der Kindergärtnerin verboten, mit ihm zu spielen. Als Neunjähriger floh er nach München, wo er sich eine Zeit lang versteckt hielt. Als 19-jähriger kämpfte er bei den Engländern in der legendären jüdischen Brigade gegen die Deutsche Wehrmacht. Später wanderte nach Israel ein und nannte sich von da an Schraga Har-Gil (Freudenberger). „Diesen Moment hat mein Vater nie vergessen, wie die Kamera den deutschen Antisemitismus noch vor dem Krieg aufnahm“ sagt sein Sohn Amir über den verstorbenen Vater. Schragas Eltern wurden damals auch noch verpflichtet, für das Gruppenfoto des Montessori-Kindergartens zu zahlen. Sein Vater hat ihm von diesem erniedrigenden Erlebnis erst in seinen späten Jahren erzählt. Die meisten Mitglieder seiner Familie sind in den Gaskammern von Auschwitz umgekommen. Amir Har-Gil hat drehte 2004 den Film „The Art of Living – Die Kunst des Überlebens“, der als Erföffnungsfilm bei den 3. Jüdischen Filmtagen in München vor einigen Wochen vor gutbesuchten Hallen gezeigt wurde. Er berührte das deutsche Publikum sehr. Der Film handelt von der außergewöhnlichen Liebesgeschichte zwischen Amirs 70-jährigen Vater Schraga und Ulla Gessner, der Tochter deutscher Christen aus Krefeld, deren Fabrik zur Zeit des Zweiten Weltkriegs das Gas zur Tötung seiner Familienangehörigen im KZ herstellte.
Schraga Har-Gil war bis zu seinem Tod politischer Redakteur der israelischen Tageszeitung Maariv. Im September 2009 verstarb er während einer Lesereise zu seinem neuen Buch in seiner früheren Heimatstadt – in Würzburg.

Für Gilad Schalit befreite Terroristen wieder aktiv

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat bekannt gegeben, dass zwei der für Gilad Schalit freigelassenen Palästinenser wieder in Haft genommen wurden. Im Oktober letzten Jahres wurden im Austausch für den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit über 1000 Terroristen aus Israels Gefängnissen entlassen. In der israelischen Bevölkerung wurde dieser Handel nicht von allen begrüßt, mit der Begründung, dass die Befreiten ihren Kampf gegen das jüdische Volk wieder aufnehmen würden. Genau das ist passiert.
Jetzt hat die israelische Regierung zwei Namen von wieder verurteilten palästinensischen Terroristen veröffentlicht. Bei einem der Terroristen handelt es sich um Omar Abu Snina, der seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Gazastreifen lebte. Er hat für die Hamas ein Netzwerk zur Rekrutierung von Palästinensern im so genannten Westjordanland gegründet. Den neuen Rekruten hat er Anleitungen zur Entführung von Soldaten, zur Beschaffung illegaler Waffen und zur Organisation einer Terrorzelle geschickt.
Der zweite wieder verhaftete Terrorist ist Daoud Hilo aus dem Flüchtlingslager Amari in der Nähe Ramallahs. Er wurde schon einen Monat nach seiner Entlassung wegen Beschaffung illegaler Waffen wieder verurteilt, er wird für vier Jahre ins Gefängnis zurückkehren.
Sprecher der israelischen Armee haben bereits vor einem Monat Alarm geschlagen, dass viele der freigelassenen Palästinenser wieder zum Terror zurückkehren. Weiterhin wurde festgestellt, dass eine große Menge Geld ins Westjordanland geschmuggelt wird, um eine neue Terrorzelle für die 55 dorthin entlassenen Palästinenser zu gründen.

Ein halbe Milliarde Vögel überfliegen das Heilige Land

Israel sagt „Ja“ zu Vögeln. Die israelische Regierung hat nun beschlossen, vier neue Vogelbeobachtungsstationen zu errichten. Der Staat sieht in den internationalen Vogelbeobachtern eine touristische Quelle für das Land und ist daher bereit, knapp 10 Mio. Euro in das Vogelprojekt zu investieren. Im Süden sollen Stationen in Sde Boker, Ein Gedi und in der Umgebung von Eilat bei Lotan und Hatzeva errichtet werden und im Norden eine Station in der Nähe von Kefar Rupin und Maagal Michael.
Seit vielen Jahren gilt Israel als eines der führenden Vogelbeobachtungsstationen, da die Zugvögel auf dem „himmlischen Highway“ zwischen Europa und Afrika stets das Gelobte Land überfliegen müssen. Jährlich überfliegen über 500 Millionen Vögel aus 540 verschiedenen Vogelarten das Heilige Land. Im Herbst verlassen die Zugvögel Europa und fliegen Richtung Westasien und Afrika. Im Frühling machen sich die Vögel wieder über Israel auf den Weg in den Norden.
Etwa 50.000 Vogelbeobachter aus der ganzen Welt versammeln sich jährlich in Israel, um aus israelischer Bodensicht die Vögel am Himmel zu beobachten und zu fotografieren. Nach israelischen Schätzungen gibt es weltweit etwa 100 Millionen Vogelbeobachter. Israel, das mit seinen vielen verschiedenen Vogelarten geradezu ein Paradies für Vogelbeobachter ist, sieht in dieser Touristengruppe eine wertvolle Zielgruppe für die Zukunft. Im Tourismusministerium ist man nun bestrebt, zunächst einmal um die 100.000 Vogelbeobachter ins Land zu locken.

Neue Israel-Vorträge im MAI 2012 von Ludwig und Michael Schneider

+ Vom 4.-6. Mai Israeltage in D-10961 BERLIN – Kirche am Südstern
+ am 7. Mai, um 19:30 Uhr in D-12623 BERLIN – Mahlsdorf über „Israel aktuell und den zukünftigen Tempel“
+ am 9. Mai, um 19 Uhr in D-75328 SCHÖMBERG – Bieselsberg über „Elia und die Endzeit“
+ ISRAEL-FREIZEIT in D-57299 BURBACH (dzm / Familienferienstätte Holzhausen) Ludwig Schneider gemeinsam mit Sohn Michael:
+ So., den 13. Mai um 19:30 Uhr in der Hammerhütte mit einer Großveranstaltung mit Bläserchor; LS spricht über „Was sagt die biblische Prophetie zur Weltlage“ und MS spricht über „Wie geht es den messianischen Juden in Israel“.
+ Mo., 14. Mai in BURBACH: 9:30 Uhr MS über „Die drei biblischen Hauptfeste – messianisch beleuchtet“ und 19:30 Uhr LS über „Aktuelles aus Israel“.
+ Di., 15. Mai: 09:30 Uhr LS über „Ist der Islam eine apokalyptische Gefahr?“ und 19:30 MS über „Die Tiefe der Heiligen Sprache“.
+ Mi., 16. Mai: 09:30 Uhr zum Abendmahl Kurzvortrag von LS „Der Dabeiseiende“

Sie sind herzlich eingeladen! Notieren Sie es in Ihrem Kalender! * ausführliche Daten auf unsere Webseite unter „Vorträge“

Das Wetter

Wegen Hitze und Trockenheit besteht erhöhte Feuergefahr. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 38 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserspiegel des See Genezareth liegt derzeit bei -211,37 Meter unter dem Meeresspiegel (Tendenz stagnierend).
Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag aus Jerusalem, der vom Allmächtigen erwählten Stadt und ewigen Hauptstadt Israels!

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NAI – Dienstag, 17. April 2012

Untersuchung: Israelischer Soldat schlägt dänischen Aktivisten

Die Bilder eines ranghohen Militäroffiziers, der einem dänischen Demonstranten den Kolben seines Gewehres ins Gesicht schlägt, machen im Ausland wie auch im Land große Schlagzeilen. Die Auseinandersetzung geschah am letzten Samstag als internationale und palästinensische Aktivisten der antisemitischen Organisation „ISM“ (International Solidarity Movement) in den so genannten besetzten Gebieten im Raum von Jericho gegen die „israelische Eroberung“ protestierten, die die Bewegungsfreiheit der Palästinenser einschränkt.
Die israelische Regierung, darunter Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak wie auch Staatspräsident Schimon Peres verurteilten das Verhalten des israelischen Oberleutnants Schalom Eisner. „Solch ein Verhalten gehört nicht zu den Werten der israelischen Armee und muss daher heftig bestraft werden.“ Für die Zeit der Untersuchung wurde der israelische Offizier suspendiert, dann soll er vor dem Militärgericht angeklagt werden. Die Palästinenser wollen der israelischen Armee den vollen Filmstreifen zur Verfügung stellen, um jeden Verdacht zu nehmen, dass der Film geschnitten wurde. Die israelischen Medien haben in der Zwischenzeit auch Bilder veröffentlicht, auf dem einer der Demonstranten mit einem Messer in der Hand im Streit mit einem israelischen Soldaten zu sehen ist.
„Ausländische pro-palästinensische Demonstranten lieben ihre Einsätze im Land gegen Israel, sie sind spannend und relativ ungefährlich“, sagte ein israelischer Offizier aus derselben Einheit zu Israel Heute. „In Israel halten wir uns bei solchen Protesten zurück, nicht so in den arabischen Ländern um uns herum. Für die 10.000 ermordeten Syrer zeigt kein europäischer Aktivist jeglichen Mut!“ Der jetzt angeklagte Schalom Eisner hat vor mehreren Monaten während seines Dienstes im so genannten Westjordanland einer palästinensischen Mutter geholfen, ihr Baby zu gebären. In den Medien hat er zugegeben, dass er den Demonstranten nicht mit dem Gewehr hätte schlagen sollen. Im Gegensatz zu den anderen Ländern in dieser Region wird Israel nach der Wahrheit forschen und den Offizier bestrafen, falls er falsch reagierte.

Der Sinai als neue Plage der Kinder Israel

Am Vorabend des Pessachfestes gingen zwei Grad-Raketen, die im Sinai abgefeuert worden waren, auf Eilat nieder. Eine Rakete schlug in ein Wohnviertel ein, die andere außerhalb der Stadt. Es gab keine Verletzten. Der Angriff eignete sich bestens dazu, die Festfreude der Juden in Zion durch einen Wehrmutstropfen zu trüben. Tausende Inlandstouristen, die sich in diesen Tagen in Eilat aufhalten, wurden in Angst und Schrecken versetzt.
Israels Grenze zu Ägypten verläuft unmittelbar hinter einer Hügelkette in der Nähe der Küstenstadt. Zum wiederholten Male zeigte sich, dass die ägyptische Armee keine wirksame Kontrolle über die Halbinsel mehr hat. Seit der Revolution sind es Beduinenstämme, die im Land der biblischen Wüstenwanderung der Kinder Israel das Sagen haben. Israels Sinai-Grenze ist heute höchst gefährdet. Militärs sprechen bereits von der Notwendigkeit, im Sinai zu intervenieren, wenn Kairo nicht wieder die Kontrolle über den Sinai übernimmt.
Israelische Sicherheitsexperten mussten feststellen, dass die palästinensischen Terrororganisationen Hamas und Heiliger Dschihad im Sinai nicht nur ein Schmuggel-Netzwerk errichtet haben, sondern auch im großen Stil Raketen produzieren. Die Beduinen verdienen Millionen daran.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Mai-Ausgabe des Israel Heute-Magazins. Wir bringen, was andere weglassen! Zum Bestellen des Israel Heute-Magazins oder der Online-Version Klicken Sie hier!

Hat Jesus alle Nahrung „rein“ erklärt?

„Er erklärte jede Nahrung als rein“ war Jesus Antwort an die, die Anstoß daran nahmen, dass einige seiner Jünger zu essen begannen, ohne sich vorher die Hände rituell zu waschen. Diese kurze Bemerkung wird oft so verstanden, dass „Gott mit dieser Aussage den Unterschied zwischen rituell reinen und unreinen Nahrungsmitteln aufgehoben hat“ (Tyndale Neues Testament, Kommentare zu Markus 7,19).
Diese Interpretation besagt, dass Jesus alle Gesetze aufgehoben hat, die reine und unreine Nahrungsmittel und Küchenwerkzeuge betreffen. Zum Beispiel wird damit unterstellt, Jesus behaupte, das Gesetz „Du sollst das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter“ könne von seinen jüdischen Jüngern ignoriert werden. Genauso soll Jesus allen Juden erklärt haben, dass sie Gesetzen wie „Allerlei irdenes Gefäß, wo solcher Aas hineinfällt, wird alles unrein, was darin ist; und sollt’s zerbrechen“ (3.Mose 11,33) keine Beachtung mehr schenken sollen.
Markus hatte sich jedoch niemals vorgestellt, dass durch die Diskussion über rituelles Händewaschen ein Bild von Jesus entsteht, das ihn als einen Messias darstellt, der die Aufhebung des Gesetzes predigt. Dies wäre für ihn undenkbar, denn dasselbe Gesetz, dem sich Jesus unterwarf, sagt, dass ein Prophet getötet werden soll, der „dich aus dem Wege verführt hat, den der HERR, dein Gott, geboten hat, darin zu wandeln” (5.Mose 13,5). Das bedeutet, dass Interpretationen wie die obige Jesus zu einem falschen Propheten machen.
Rituelles Händewaschen wurde von Hillel und Schamai eingeführt, den zwei wichtigsten Weisen im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Obwohl diese Regel auf 2.Mose 30,19-20 beruht, gilt sie doch als rabbinisches Gesetz, das genauso bindend ist wie Gesetze direkt aus der Torah, nach dem Grundsatz: „Gemäß der Weisung, die sie dir erteilen, und dem Urteile, das sie dir zustellen …“ (5.Mose 17,11). Trotz der Wichtigkeit des Gesetzes wurde es sogar von den Weisen in der Generation nach Jesu angefochten: „Aber wen haben sie verbannt? Elieser, Sohn des Enoch, der gegen das Gebot des Händewaschens verstoßen hat“ (Mishna, Eduiot, 5:6).
Deswegen kann Jesus hier lediglich unterstellt werden, dass er ein rabbinisches Gesetz anzweifelt, kein biblisches. Man erkennt daraus, dass er sich des Unterschieds zwischen „biblischem Gesetz“ und „rabbinischem Gesetz“ (das erste war wichtiger) durchaus bewusst war. Zum Beispiel überträgt nach biblischem Gesetz weder Nahrung noch ein Getränk Unreinheit auf ein Gefäß, es waren die Rabbiner, die beschlossen haben, solches als Unreinheit anzuerkennen (als Vorsichtsmaßnahme, um nicht einmal die Möglichkeit aufkommen zu lassen, das biblische Gesetz zu übertreten). Dies bedeutet natürlich nicht, dass ein Jude die Gesetze der Rabbiner übertreten darf, aber es bedeutet, dass ein anderer Rabbiner ein neues rabbinisches Gesetz anfechten kann, so dass neue Gesetze eine lange Zeit brauchen, um in Kraft zu treten, manchmal sogar hunderte Jahre.
Die Debatte, die Markus hier also anstößt, zeigt Jesus somit nicht als eine Person, die die Reinheitsgebote der Bibel abschaffen möchte, sondern als jemanden, der die Prioritäten seiner Zeitgenossen in Frage stellt – Das Gesetz im Namen der Tradition zu vernachlässigen: „Gottes Gebot laßt ihr dahinten und haltet an der Überlieferung der Menschen.“ Während uns also die Kommentare Tyndales zeigen wollen, dass Jesus lehrt, die Gesetze zu ignorieren, macht Markus deutlich, dass er seine Zeitgenossen kritisierte, weil sie die biblischen Gesetze nicht einhielten.
Obwohl es verschiedene Ansichten zu Jesus Aussage gibt, dass „nur was aus dem Menschen kommt, ihn unrein machen kann“, sollte und kann nicht geleugnet werden, dass er in Opposition zum Zeitgeist stand. Seine einzige Sorge bestand in diesem Fall jedoch darin, das rabbinische Gesetz nicht über das biblische zu stellen.

Kurznachrichten

+++ Israels Premierminister Benjamin Netanjahu traf sich mit dem Chef der Firma Nobel Energie, um über den Ausbau der Gasfelder im Mittelmeer zu sprechen. Netanjahu sprach sich für einen schnellen Ausbau der Energieversorgung Israels aus. Das würde die Wirtschaft und die privaten Haushalte entlasten und für mehr Stabilität in der gesamten Region führen. Nobel Energie versprach, das riesige „Tamar“ Gasfeld bis April 2013 ans israelische Energienetz anzubinden, einige kleinere Felder im Mittelmeer könnten sogar noch früher angeschlossen werden. +++ Touristenzahlen in Israel auf Rekordhoch. Vom Januar bis März 2012 kamen 752 000 Besucher nach Israel, 2% mehr als im Vorjahr. „Letztes Jahr gab es wegen der Aufstände in Ägypten einen kleinen Einsturz in den Besucherzahlen, aber das scheint dieses Jahr keine Rolle mehr zu spielen, denn auch die Anzahl der Touristen, die über die Grenze von Ägypten einreisen, ist wieder auf normalem Stand,“ erklärte ein Vertreter des israelischen Tourismusministeriums. +++ Sieben Feuerbomben wurden auf jüdische Häuser in MaalehHaZeitim geworfen. Ein Terrorist kam mit zehn Feuerbomben auf ein Wohnhaus zu und schaffte es, sieben davon auf Wohnungen im Erdgeschoss zu werfen, bevor Sicherheitsleute ihn entdeckten und Schüsse in die Luft abgaben. Daraufhin floh der Mann, bevor er identifiziert werden konnte. Die Polizei kam erst später am Tatort an und hat jetzt eine Untersuchung eingeleitet, die der Frage nachgeht, ob es gerechtfertigt war, dass die Sicherheitsleute in die Luft geschossen haben. Der Terrorist hingegen, der versucht hat, Juden im Schlaf zu verbrennen, befindet sich noch auf freiem Fuß. +++

Das Wetter

Schönes Frühlingswetter. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 24 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 32 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserspiegel des See Genezareth liegt derzeit bei -211,37 Meter unter dem Meeresspiegel (Tendenz fallend).
Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen gesegneten Tag aus Jerusalem, der vom Allmächtigen erwählten Stadt und ewigen Hauptstadt Israels!

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Ex-Sowjetunion: Mehr Gegenwind für Protestanten

Ex-Sowjetunion: Mehr Gegenwind für Protestanten

Korntal (idea) – In den meisten Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion stoßen evangelische Gemeinden zunehmend auf Widerstand. Das berichteten Referenten beim Jahresfest des Missionsbundes „Licht im Osten“ am 15. April in Korntal bei Stuttgart.

Während in den von orthodoxen Kirchen geprägten Ländern alle anderen Christen pauschal als Sektierer bezeichnet würden, versuchten die islamischen Staaten Zentralasiens mit Hilfe verschärfter Religionsgesetze christliche Aktivitäten zu verhindern. Dennoch bemühten sich die Gemeinden, ihren Landsleuten das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen, sagte der Missionsleiter, Pfarrer Johannes Lange, vor rund 400 Besuchern. Besonders brisant sei die Situation in der Ukraine. Dort habe Anfang des Jahres eine Hetzkampagne gegen alle Protestanten begonnen. Anlass sei der Selbstmord eines jungen Mädchens, das eine Bibelausstellung in Kiew besucht und ein Heft der von „Licht im Osten“ herausgegebenen Kinderzeitschrift „Tropinka“ mitgenommen hatte. Medien hätten Protestanten danach öffentlich beispielsweise als Sekte bezeichnet. Doch würden die Aktivitäten von „Licht im Osten“ von der Bevölkerung sehr geschätzt. 1.600 Bibliotheken bäten um christliche Kinderbücher, weil die Nachfrage so groß sei. An Weihnachten seien rund 2.000 Geschenkpakete an Kinder armer Familien verteilt worden. Selbst ein orthodoxer Theologe, den man um eine Begutachtung von Tropinka gebeten habe, habe nichts Schlechtes festgestellt. Auch die Behörden hätten mitgeteilt, dass die Inhalte mit den ukrainischen Mediengesetzen übereinstimmten, sagte Lange. Man hoffe, dass sich die Lage bald beruhige. Unklar seien die Auswirkungen dieser Kampagne auf die geplanten evangelistischen Einsätze im Sommer in zahlreichen Dörfern. Im vergangenen Jahr habe man eine große Offenheit für eine bibelgemäße Glaubensverkündigung festgestellt. Bei 14 Einsätzen hätten sich mehr als 1.400 Menschen für ein Leben mit Jesus Christus entschieden.

Geschenk-Päckchen für arme Kinder erschwert

Auch in anderen Ländern gebe es Schwierigkeiten, weil die jeweilige orthodoxe Kirche eine christliche Monopolstellung beanspruche. Die russisch-orthodoxe Kirche mache keinen Unterschied zwischen Baptisten, Lutheranern und Pfingstlern, sondern behandle alle gleichermaßen als Fremdkörper. Die Regierung mache die zollfreie Einfuhr von Kleidung und anderen Hilfsgütern nahezu unmöglich, weil alle Hilfsorganisationen unter den Generalverdacht gestellt würden, dass sie mit Hilfsgütern Handel treiben. Seit dem vergangenen Jahr sei auch die zollfreie Einfuhr von Geschenkpäckchen für arme Kinder wesentlich erschwert.

Kirgisistan: 3.500 Moscheen für 5,4 Millionen Einwohner

Der Gebietsleiter von „Licht im Osten“ für Zentralasien, Jakob Kröker, berichtete von einem wachsenden Einfluss des Islam in Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan, Turkmenistan und Usbekistan. Überall schössen Moscheen wie Pilze aus dem Boden. In Kirgisistan sei ihre Zahl in den vergangenen 20 Jahren von Null auf 3.500 gestiegen, wobei das Land nur fünf Millionen Einwohner habe. Eltern schickten ihre Kinder zunehmend in Koranschulen; auf den Straßen sehe man immer mehr verschleierte Frauen, und während des Freitagsgebets komme das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen. Zugleich wachse der Druck auf die Christen. Gemeindemitglieder würden aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen, sie bekämen kein Weideland für ihr Vieh, und ihre Toten dürften sie nicht auf dem kommunalen Friedhof begraben. Wegen falscher Anschuldigungen würden Christen verhaftet. In Turkmenistan sei der Besitz von christlicher Literatur und Musik verboten. Viele Christen feierten Gottesdienste nur noch im Geheimen. Auch die offiziell zur Kontrolle radikal-islamischer Gruppen gedachten Religionsgesetze würden ständig verschärft. In der Praxis beträfen sie aber vor allem christliche Gemeinden, so Kröker. Danach müssten sich alle Gemeinden neu registrieren lassen, um Versammlungen abhalten zu dürfen. Die zum Beispiel in Kasachstan geltende Voraussetzung, dass die Gemeinde mindestens 50 Personen umfassen muss, sei kaum erfüllbar. Außerdem seien missionarische Aktivitäten ebenso wie Kinder- und Jugendarbeit streng verboten. Trotz aller Einschränkungen gebe es an manchen Orten ein reges Gemeindeleben. Manche Christen seien zuversichtlich, dass ihr Land eines Tages christlich werde, sagte Kröker.

Große Nachfrage nach Bibeln in Osteuropa

Der Vorstandsvorsitzende von „Licht im Osten“, Pfarrer Martin Hirschmüller (Ruit bei Stuttgart), bekräftigte den Auftrag der 92 Jahre alten Organisation, die Bibel in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion zu verbreiten. Doch reichten die Spenden nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Muslime hätten es leichter. Sie könnten 25 Millionen Koran-Exemplare in Deutschland verteilen, während man sich bei „Licht im Osten“ freue, 30.000 Bibeln für Russland drucken zu können.

Kinderzeitschrift für mehr als eineinhalb Millionen Leser

„Licht im Osten“ arbeitet mit neun Partnerorganisationen in Russland, Osteuropa und Zentralasien zusammen und unterstützt dort etwa 140 einheimische Missionare und Mitarbeiter. Der Missionsbund stellt ihnen Bibeln, christliche Literatur, Lebensbeschreibungen und Zeitschriften in über 30 Sprachen zur Verfügung. Bestseller ist das russischsprachige Zwei-Monats-Magazin „Glaube und Leben“ mit einer Auflage von 90.000 Exemplaren sowie die Kinderzeitschrift Tropinka, die in neun Sprachen erscheint und mehr als eineinhalb Millionen Leser erreicht. Außerdem fördert der Missionsbund soziale Projekte, darunter ein Alphabetisierungsprogramm für bulgarische Roma, ein Flüchtlingslager im Kaukasus und die Betreuung von aidskranken Kindern in St. Petersburg.

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Lug und Truck auf der ganzen Linie

Ist der „Heilige Rock“ ein Christuszeichen?

Trier (idea) – Als ein „Christuszeichen“ will der katholische Bischof Stephan Ackermann (Trier) den „Heiligen Rock“ verstanden wissen. Bei der im Trierer Dom aufbewahrten Reliquie soll es sich um das Untergewand handeln, das Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung getragen haben soll.

Die Echtheit ist jedoch stark umstritten. Wie Ackermann zur Eröffnung der Wallfahrt zum „Heiligen Rock“ am 13. April sagte, pilgerten Teilnehmer zu Jesus Christus. Ein solches Verständnis mache auch Protestanten die Mitwirkung möglich, selbst wenn sie sonst gegenüber Reliquien und Wallfahrten kritisch eingestellt seien. Die 1.500 Teilnehmer am Eröffnungsgottesdienst verwies Ackermann auf das Leitwort der Wallfahrt „…und führe zusammen, was getrennt ist“. Es solle auch mit Blick auf die Ökumene verstanden werden. Die Reliquie ist bis zum 13. Mai in Trier zu sehen. Rund 500.000 Pilger werden erwartet. Über 1.000 Gruppen mit 120.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland sind angemeldet. Für Wallfahrtsleiter Georg Bätzing (Trier) ist es aber nicht entscheidend, ob die hohen Zahlen erreicht werden: „Ich wünsche mir, dass Menschen durch die Wallfahrt in Beziehung kommen zu Jesus Christus.“

Rheinische Ökumenebeauftragte: Ein neuer Schritt

Am 5. Mai wollen Vertreter der evangelischen Landes- und Freikirchen sowie der Orthodoxie einen Tauferinnerungsgottesdienst feiern. Die Ökumenebeauftragte der Evangelischen Kirche im Rheinland, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph (Düsseldorf), hatte vor der Eröffnung ihr Ja zu der Wallfahrt bekräftigt. Die protestantische Beteiligung sei ein neuer Schritt in der Ökumene. „Wir können heute Dinge tun, die vor 50 oder 100 Jahren noch unmöglich gewesen wären“, sagte sie der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“. Protestanten würden jedoch nicht zu einer Reliquie wallfahren oder diese zu einem „Heilsgegenstand“ erklären.

Protest mit Hitler, Papst und „Heiliger Unterhose“

Unterdessen ist die Wallfahrt in Trier auch auf Kritik von Künstlern gestoßen. Als Parodie hat Helmut Schwickerath (Trier) die „Heilige Unterhose“ von Karl Marx (1818-1883) ausgestellt und die „Heilig-Hos-Wallfahrt“ eröffnet. Marx, Philosoph und Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus, wurde in Trier geboren. Die „Heilige Unterhose“ ist in einem Schaufenster unweit des Museums „Karl-Marx-Haus“ zu sehen. Schwickerath hat das Kleidungsstück in der Mitte eines dreiteiligen „Altarbildes“ platziert. Links ist Marx’ Haushälterin Helena Demuth zu sehen, rechts die Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht als „Evangelistin“. Zwei weitere Künstler waren in der Trierer Innenstadt als Papst und Adolf Hitler verkleidet unterwegs, um gegen die Verbindung von Kirche und Staat zu demonstrieren. Sie wurden von Polizisten zur Feststellung der Personalien auf eine Wache gebracht. „Wir wollen zum Nachdenken anregen“, sagte der aus München stammende Künstler Wolfram P. Kastner.

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Koran-Verteilung zielt auf Überwindung der Rechtskultur

Koran-Verteilung zielt auf Überwindung der Rechtskultur

Berlin (idea) – Mehr Aufklärung über die radikal-islamischen Salafisten hat die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin gefordert. Die derzeitige salafistische Koran-Verteilaktion ziele auf die Überwindung der deutschen Rechtskultur, heißt es in einer am 17. April veröffentlichten Stellungnahme dieser Einrichtung der EKD.

Kreise um den islamistischen Kölner Prediger Ibrahim Abou-Nagie verteilen derzeit in Fußgängerzonen kostenlos das heilige Buch der Muslime. Insgesamt sollen 25 Millionen Exemplare im deutschsprachigen Raum verbreitet werden. Der EZW zufolge kann und sollte die Verteilung rechtlich nicht unterbunden werden, denn sie sei Ausdruck der Religionsfreiheit. Allerdings sollte jeder Empfänger einer Koranausgabe darüber aufgeklärt werden, wer hinter der Aktion stehe, so EZW-Leiter Reinhard Hempelmann und der Islam-Referent Friedmann Eißler. Dies seien Kreise, „deren Ideologie demokratie- und menschenrechtsfeindlich ausgerichtet ist, die die Welt in Gut und Böse, in Gläubige und Ungläubige einteilen“. Wer das fundamentalistische Islamverständnis nicht teilt, werde als Kafir (Ungläubiger) beschimpft. Dialog und Integration würden abgelehnt. In religiösen „Liedern“ (Nasheeds) werde das „Märtyrertum“ verherrlicht oder sogar zum bewaffneten Kampf aufgerufen. „Staat und Gesellschaft sollen mit einer rückwärtsgewandten Koranauslegung nach islamischen Normen radikal umgestaltet werden“, heißt es in der EZW-Stellungnahme.

EZW warnt vor Radikalisierung junger Muslime

Abou-Nagie gelte als einer der gefährlichsten Islamistenprediger in Deutschland. Vereine wie „Die wahre Religion“ und „Einladung zum Paradies“ (MuslimTube.de) stünden mit Recht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Sie lehnten die grundlegenden Werte und Freiheitsrechte des säkularen Rechtsstaates ab und schadeten der großen Mehrheit der Muslime, so die EZW. Nicht nur der Staat, sondern auch die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die muslimischen Verbände und die Kirchen müssten den Missbrauch der Religion durch Aufklärung überwinden helfen. Zulauf hätten die Salafisten, deren Zahl in Deutschland auf 3.000 bis 5.000 geschätzt wird, vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie würden durch massive Internetpropaganda erreicht und zum Islam eingeladen: „Eine besondere Gefahr liegt in der Radikalisierung von jungen Muslimen bis hin zur Gewaltbereitschaft.“

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Hochmut kommt vor dem Fall

“WORT ZUM SONNTAG”

Gleichsetzung von Evangelikalen und Salafisten

Hamburg/Stuttgart/Frankfurt am Main (idea) – Auf Proteste ist die ARD-Sendung „Wort zum Sonntag“ vom 14. April gestoßen. Darin hatte der katholische Pfarrer Wolfgang Beck (Hannover) die Piusbruderschaft, Evangelikale und radikal-islamische Salafisten hinsichtlich ihres konsequenten Verhaltens auf eine Stufe gestellt. Wörtlich sagte er: „Egal, ob Piusbrüder, ob evangelikale Gruppierungen oder muslimische Salafisten, denen wir in diesen Wochen in den Fußgängerzonen begegnen können: Sie alle haben mehr gemeinsam, als ihnen wahrscheinlich lieb ist. Vor allem dieses Bemühen um größtmögliche Eindeutigkeit. Alle Kraft wird da hinein gesetzt, dass das Leben völlig übereinstimmt mit dem, was gepredigt wird. Das beeindruckt mich manchmal, und daneben sehe ich mit meinen Kompromissen meist recht schwach aus.“

Die radikal-islamischen Salafisten, die als gewaltbereit gelten und vom Verfassungsschutz beobachtet werden, sorgen derzeit für Schlagzeilen, weil sie 25 Millionen Koranexemplare im deutschsprachigen Raum kostenlos verteilen wollen. Das „Wort zum Sonntag“ sahen knapp 1,7 Millionen Zuschauer.

Evangelikale: Wir stehen ohne Wenn und Aber zur Verfassung

Die Deutsche Evangelische Allianz – der Zusammenschluss evangelikaler Christen aus Landes- und Freikirchen – protestierte „gegen die Gleichsetzung von Piusbrüdern, evangelikalen Gruppierungen und Salafisten“ in der Sendung. Sie reichte bei dem für die Ausstrahlung verantwortlichen Norddeutschen Rundfunk (Hamburg) eine offizielle Programmbeschwerde ein. Auch wenn Beck besonders das „Bemühen um größtmögliche Eindeutigkeit“ hervorgehoben habe, werde in seinem Beitrag so getan, als ob es „eine objektiv nicht vorhandene Gemeinsamkeit“ geben würde, schreibt der Generalsekretär der Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), an den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks, Lutz Marmor. Beck unterstelle mit seiner Formulierung, dass es sehr viel mehr solche Vergleichbarkeiten gebe als nur eine konsequente Haltung. „Nach den für den NDR geltenden journalistisch-ethischen Grundsätzen dürfte es sicherlich nicht zulässig sein, dass alleine wegen dem ‚Tun, was man sagt‘ freiheitsliebende und freiheitszerstörende Menschen, Verfassungsfreunde und Verfassungsfeinde, miteinander in einem Atemzug zu nennen“, so Steeb weiter. In der Programmbeschwerde heißt es im Blick auf die „Unvergleichbarkeit der angesprochenen Gruppierungen“: „Während für die Salafisten zu Recht die Beobachtung durch den Verfassungsschutz ansteht, stehen wir als sogenannte evangelikale Gruppierung ohne Wenn und Aber zu unserer Verfassung und der sie tragenden Werte, wie zum Beispiel der Freiheit der Religionsausübung.“ Der Fortgang des Vortrags suggeriere zudem, so die Allianz, dass es sich bei diesen drei Gruppierungen um solche Fundamentalisten handele, die „in der Regel“ keine Fragen zuließen. Auch dies könne man nur als unzutreffend zurückweisen.

Vergleich zwischen Salafisten und Evangelikalen ist demagogisch

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener (Kassel), hatte sich nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Ausstrahlung direkt an den „Wort zum Sonntag“-Sprecher gewandt und ihm seine Kritik vorgetragen. Die von Beck vorgenommene Gleichsetzung sei „stillos und demagogisch, weil sie in der Gesellschaft nachvollziehbare Ängste vor islamischem Extremismus ungebrochen auf Christinnen und Christen, die unter anderem in der Deutschen Evangelischen Allianz beheimatet sind“, übertrage. Diener forderte Beck auf, sich öffentlich von diesen Äußerungen zu distanzieren. Der Allianz-Vorsitzende lud den katholischen Theologen auch zu einer Begegnung ein: „Lassen Sie sich in Ihrem Urteil, das ich nur als diffamierend bezeichnen kann, irritieren, indem Sie das Gespräch mit mir oder anderen Vertreterinnen und Vertretern evangelikaler Gruppierungen suchen.“

EKD- und VEF-Medienbeauftragter: Gleichsetzung „völlig inakzeptabel“

Der Medienbeauftragte der EKD und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Markus Bräuer (Frankfurt am Main), nannte die Gleichsetzung von Piusbrüdern, Evangelikalen und Salafisten „vollkommen inakzeptabel“. Christen evangelikaler Prägung seien dafür bekannt, ihren Glauben und ihr Leben in besonderer Treue am Evangelium auszurichten. Anders als etwa die Salafisten ließen sie keinen Zweifel daran, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Glauben, seinem Geschlecht und seiner Herkunft mit der gleichen Würde von Gott beschenkt sei. Für Evangelikale stehe auch außer Frage, dass die Demokratie die Gesellschaftsform sei, in der sich Menschenrechte und Glaubensfreiheit am besten bewährten, sagte Bräuer auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Er vermute, dass sich Pfarrer Beck diese Unterschiede nicht deutlich gemacht habe. Bräuer äußerte die Hoffnung, dass der Wort-zum-Sonntag-Sprecher schnell für eine Klarstellung sorgen werde.

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Ach wie friedlich ist doch diese Religion – Koran-Lieferung gestoppt – Journalisten bedroht

Koran-Lieferung gestoppt – Journalisten bedroht

Nach der breiten Kritik an einer Koran-Verteilaktion radikaler Muslime hat die zuständige Druckerei die Auslieferung der Bücher gestoppt. Das berichtet die Zeitung “Die Welt”. Unterdessen sind zudem Hetzvideos gegen kritische Journalisten aufgetaucht.

Foto: Screenshot / Die wahre Religion

Die Ulmer Druckerei “Ebner & Spiegel” gab bekannt: “Wir werden die Auslieferung stoppen und juristisch prüfen, welche Folgen sich daraus ergeben.” Das sagte ein Sprecher des deutschen Mutterunternehmens CPI der Zeitung “Die Welt”. Seit Oktober 2011 hat die Druckerei im Auftrag des salafitischen Vereins “Die wahre Religion” mehr als 300.000 Korane ausgeliefert. Das Mutter-Unternehmen habe erst aus den Medien von der Aktion “Lies!” erfahren, sagte der Sprecher. “Wir drucken nichts, was extrem im Sinne von islamistisch ist”, hieß es weiter. Das Unternehmen habe sich auf der sicheren Seite gefühlt, da es nicht gewusst habe, für welche Zwecke die Bücher bestellt worden waren.

“Affen, Schweine, verlogene Berichte”

Salafiten in Deutschland wollen kostenlos 25 Millionen Koran-Exemplare verteilen. Am Osterwochenende waren sie mit Infoständen in zahlreichen Städten präsent, und auch am kommenden Wochenende sind Medienberichten zufolge Einsätze geplant. Wie Initiator Abou Nagi in einem Internetvideo erklärt, finanziert sich das Projekt durch den Verkauf weiterer Koran-Ausgaben. Das Prinzip dahinter: Wer einen Koran kauft, macht damit die Weitergabe eines kostenlosen Exemplars möglich.

Politiker verschiedener Parteien haben ihre Sorge über das Missionsprojekt der Islamisten geäußert. “Die Welt” hat nun auch über eine Hasskampagne gegen kritische Journalisten berichtet. Mitarbeiter der “Frankfurter Rundschau” und des “Tagesspiegels” in Berlin sollen in einem vierminütigen Video auf “YouTube” namentlich genannt und offen bedroht worden sein, weil sie sich zu der Verteilaktion unter dem Titel “Lies!” geäußert hatten. “Wir haben nun detaillierte Informationen über die Affen und Schweine, die verlogene Berichte über DawaFFM (Salafiten-Gruppe im Raum Frankfurt, Anmerkung der Redaktion) und viele andere Geschwister veröffentlicht haben”, zitiert die “Welt” aus dem Video. Anschließend würden nicht nur die Artikel der Autoren gezeigt, sondern auch private Fotos und Informationen. “Wir besitzen eine Menge an Daten von dir, zum Beispiel wissen wir, wo du wohnst, wir kennen deinen (Fußball-)Verein, wir besitzen deine Mobilfunknummer”, heiße es weiter.

Der Macher des Stücks, der unter dem Pseudonym “Sabri” auftrete, habe für Abou Nagi wiederholt als Kameramann gearbeitet, schreibt die “Welt”. Das Video wurde am Karfreitag, einen Tag vor der großen Verteilaktion in mehreren Städten, ins Netz gestellt, ist mittlerweile aber wieder gelöscht worden. Die Sicherheitsbehörden sind dennoch alarmiert. Die beiden Journalisten würden inzwischen betreut, heißt es. Es sei zu befürchten, dass Islamisten sich aufgerufen fühlen, den Drohungen Taten folgen zu lassen.

“Verbot nicht mit dem Rechtsstaat vereinbar”

Auch am Donnerstag meldeten sich erneut Stimmen aus Politik und Gesellschaft zur Aktion “Lies!” und zum Vorschlag eines Verbots der Koran-Verteilung zu Wort. Die FDP-Innenexpertin Gisela Piltz erklärte, es gebe keine gesetzliche Grundlage für ein Verbot. Die “Neue Osnabrücker Zeitung” zitiert sie mit den Worten: “Solange bei der konkreten Verteilung in Fußgängerzonen oder anderswo keine Gesetze verletzt werden, ist ein Verbot nicht mit dem Rechtsstaat vereinbar.” Die Verfassung schütze das Werben für den eigenen Glauben, solange dieser nicht die Verfassung ablehne. Piltz forderte mehr Aufklärung darüber, welche Botschaft friedlicher Glaubensausübung der Koran für die weit überwiegende Mehrheit der Muslime enthalte. “Die schwarzen Schafe des radikalen Salafismus dürfen nicht mit dem Islam verwechselt werden”, sagte sie.

Grünen-Parteichef Cem Özdemir sagte der Zeitung “Die Welt”: “Ich habe mit allen religiösen Gruppen ein Problem, die ihr Weltbild über das Grundgesetz und die Menschenrechte stellen. Das gilt auch für jene Salafiten, die zur Gewalt aufrufen und mit ihrer Ideologie als Stichwortgeber für den islamistischen Terrorismus agieren.” Die Koran-Verteilung sei eine Werbestrategie von Radikalen, sagte der Grünen-Chef. “Es ist offensichtlich, dass mit dieser Aktion die Strategie verfolgt wird, sich als Sprachrohr der Muslime darzustellen und den vermeintlich einzig wahren Islam zu propagieren. Das darf man den Salafiten nicht durchgehen lassen.” Die übergroße Mehrheit der Muslime habe aber mit islamischem Fundamentalismus nichts am Hut.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder erklärte der “Deutschen Presse-Agentur” (dpa): “Ich verurteile die Aktion scharf. Der Koran wird hier für extremistische Umtriebe missbraucht.” Weiter sagte der CDU-Politiker: “Zurecht distanzieren sich
muslimische Verbände in Deutschland von diesem Missbrauch der Religionsfreiheit. Im Übrigen würde mich dringend interessieren, woher das Geld für diese Aktion stammt.”

Die Schwäche des Christentums

Auch der christliche “Gideonbund”, der durch das Verteilen von Bibeln weltweit evangelisiert, äußerte sich kritisch zu einem Verbot der Koran-Verteilung. Auf Anfrage von pro verwies der Bundesvorsitzende Ralf Hille auf das im Grundgesetzt verbürgte Recht auf Religions- und Meinungsfreiheit. Dieses gelte auch für Muslime. Zugleich erinnerte er jedoch an eine Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen mit Vertretern der “Deutschen Evangelischen Allianz” am 20. Oktober 2010 im Kanzleramt: Nicht die Stärke des Islams mache sie nachdenklich, sondern die Schwäche des Christentums, hatte sie damals gesagt.

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„Juden und Christen landen in der Hölle“

5.04.2012

KORANVERTEILAKTION

„Juden und Christen landen in der Hölle“

Köln/Frankfurt am Main/Berlin (idea) – Wer der Bibel folgt, wie es Christen und Juden tun, kommt in die Hölle. Diese Ansicht hat der radikal-islamische Prediger Ibrahim Abou-Nagie (Köln) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vertreten. Der 47-jährige Geschäftsmann steht hinter der Kampagne, mit der Salafisten rund 25 Millionen Koran-Exemplare in 38 Städten im deutschsprachigen Europa verteilen wollen. Schwerpunkt der Aktion „Lies“ der Organisation „Die wahre Religion“ war der 14. und 15. April. Als „Verräter“ bezeichnete Abou-Nagie Muslime, die andere Religionen als gleichwertig mit dem Islam ansehen oder die Aktion kritisieren. Auch sie landeten in der Hölle.

Die Salafisten haben nach Schätzung des Verfassungsschutzes etwa 3.800 Anhänger in Deutschland. Sie treten für die absolute Geltung des islamischen Religionsgesetzes, der Scharia, ein und wollen Staat, Gesellschaft und das Leben des Einzelnen nach ihren Normen umgestalten. Ziel ist in letzter Konsequenz ein Gottesstaat. Nach Erkenntnissen des niedersächsischen Verfassungsschutzes wird die Koran-Verteilaktion aus dem Ausland finanziert, wahrscheinlich aus Saudi-Arabien oder Katar. Für die Herstellung der Exemplare wurden laut Presseberichten 300.000 Euro an eine Ulmer Druckerei bezahlt.

Koranverteilaktion heizt gesellschaftliches Klima auf

In politischen und Sicherheitskreisen wird befürchtet, dass die Aktion das religiöse und politische Klima in Deutschland aufheizt. Als problematisch wird nicht die Verbreitung religiöser Schriften angesehen; vielmehr geht die Sorge um, dass Salafisten die Aktionen nutzen, um Anhänger für ihre extremistische Strömung zu werben. Der Geschäftsführer der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Volker Beck, wies darauf hin, dass das Verteilen religiöser Schriften wie der Koran, die Bibel oder das Buch Mormon nicht verboten, sondern durch die Religionsfreiheit gedeckt sei. Der innenpolitische Sprecher der CDU, Wolfgang Bosbach, sagte in der Passauer Neuen Presse, den Salafisten gehe es nicht nur darum, für ihren Glauben zu werben, sondern auch für ihre politische Ideologie. Diese sei nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu vereinbaren. Er mahnte die kommunalen Ordnungsbehörden, im Einzelfall zu prüfen, ob ein Verstoß gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorliege. Der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) warnte vor einem Missbrauch der Religionsfreiheit. Koran-Ausgaben dürften selbstverständlich verteilt werden, aber Aufrufe zur Gewalt seien davon nicht gedeckt, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“. Die niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) – selbst Muslimin – sorgt sich, dass sich junge Menschen durch die Koranverteilaktion für eine extremistische Ideologie „ködern“ lassen, wie sie der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte.

Innenminister: Wo Religionsfreiheit endet

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz beobachtet nach Angaben von Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Koranverteilaktion, um die Verbreitung von Extremismus zu unterbinden. Wenn zur Gewalt aufgerufen werde, habe jede Kommune das Recht, Informationsstände zu verbieten. Jäger: „Da endet die Religionsfreiheit.“ Unterdessen hat die rechtspolitische und islamkritische Aktion „Pro NRW“ eine Kampagne unter dem Motto „Freiheit statt Islam“ gestartet. Sie ruft dazu auf, Karikaturen zum Thema Islam einzuschicken, die am 8. Mai vor Moscheen gezeigt werden sollen.

Bischof Ulrich: Verbreitung des Korans nicht problematisch

Auch führende Vertreter der großen Kirchen melden sich zu Wort. Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Vorsitzende der nordelbischen Kirchenleitung, Gerhard Ulrich (Schleswig), erklärte, grundsätzlich sei gegen die Verteilung religiöser Schriften nichts einzuwenden. Für das Verständnis einer Religion sei es unerlässlich, ihre Grundlagen zu kennen. Doch dürfe die Koranaktion nicht dazu missbraucht werden, andere Religionen abzuwerten. Verboten gehöre nicht die Verbreitung des Korans, sondern eine möglicherweise damit verbundene „fundamentalistische Absicht“. Eine Gegenoffensive durch die massenhafte Verteilung von Bibeln lehnt Ulrich ab. Dann würde sie zum „ideologischen Werkzeug“. Der katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) wertet die Koranverteilaktion als Störung des Religionsfriedens. Sie wecke Aggressivität und schüre Misstrauen und Ängste. Jaschke rief die Christen zu Gelassenheit auf. Es gelte, den Dialog mit den Muslimen fortzusetzen.

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Im Untergrund sprießt der christliche Glaube

14.04.2012

AFGHANISTAN

Im Untergrund sprießt der christliche Glaube

Kabul – Während sich Afghanistan einerseits immer mehr zu einem radikal-islamischen Land entwickelt, breitet sich andererseits im Untergrund der christliche Glaube aus. Nach Angaben des iranischen christlichen Informationsdienstes „Mohabat News“ wenden sich vor allem Jugendliche dem Christentum zu. Hausgemeinden wüchsen „gewaltig“. Eine schiitische Internetseite im Iran habe einen „kenntnisreichen afghanischen Offiziellen“ mit den Worten zitiert, dass sich „christliche Propaganda“ ausbreite. Es sei bewiesen, dass mehr als zehn Gemeinden im Geheimen in Wohngebieten operierten.

Diese Angaben werden von christlichen Afghanistan-Kennern gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea bestätigt. Für unglaubwürdig halten sie indes die Behauptung, dass auch Parlamentsabgeordnete Christen geworden seien.

Keine öffentliche Kirche mehr

Mehr als zehn Jahre nach dem Sturz des radikal-islamischen Taliban-Regimes Ende 2001 gibt es in Afghanistan keine einzige öffentlich zugängliche Kirche mehr. Die letzte wurde 2009 geschlossen. Auch sucht man christliche Schulen vergeblich, berichtete die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (Washington). Mit der Religionsfreiheit für Minderheiten, etwa einheimische Christen, ist es nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schlecht bestellt. Besonders für Konvertiten sei die Lage unter der Herrschaft von Staatspräsident Hamid Karsai wegen der islamisch-fundamentalistischen Prägung der Gesellschaft eher noch schlechter als im Iran.

Islam-Institut: Frauen sind rechtlos

Auf die prekäre Menschenrechtssituation für Frauen macht das Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufmerksam. In Afghanistan gelte nach der Verfassung das islamische Religionsgesetz, die Scharia; danach seien Frauen zweitrangig. Zum Beispiel dürften sie geschlagen werden, wenn sie ihrem Ehemann nicht gehorchen. Ihre Rechtlosigkeit werde vielfach noch durch das Stammesrecht verschärft. So könne „Ehrenmord“ als Mittel der Vergeltung für „unmoralische“ Handlungen gelten. „Die Frauen sind künftig wieder genauso rechtlos wie zur Zeit der Taliban“, so das Institut. 87 Prozent der afghanischen Frauen gäben an, dass die in Familie und Gesellschaft Gewalt erlitten. Nach dem für 2014 geplanten Abzug der rund 130.000 ausländischen Soldaten würden die Taliban wieder eine möglicherweise bestimmende politische Kraft des Landes sein. Von den 29 Millionen Einwohnern sind fast 99,9 Prozent Muslime. Die Zahl der Christen, meist Ausländer, wird auf bis zu 15.000 geschätzt. Daneben gibt es etwa 3.000 Sikhs, 400 Anhänger der Baha’i-Religion und rund 100 Hindus.

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